Chlorgasunfall in der Privatklinik Hochrum – Feuerwehr und Rotes Kreuz üben gemeinsam den Ernstfall
Am Samstag, den 5. September 2026, wurden die Feuerwehren zu einer gemeinsamen Übung in die Privatklinik Hochrum in Rum eingeladen. Im Mittelpunkt der von den Einsatzorganisationen gemeinsam durchgeführten Übung stand die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz bei einem Chlorgasunfall mit mehreren betroffenen Personen.
Um 14:00 Uhr erfolgte die Alarmierung mit dem Einsatzstichwort „Chlorgaseinsatz – im Bereich des Schwimmbades, mehrere Personen betroffen“. Dabei war im Technikraum des Schwimmbades im Untergeschoss ein Kanister Donauchlorin ausgelaufen und hatte sich mit einem Reinigungsmittel vermischt.
Zahlreiche betroffene Personen
Die Übungsannahme sah insgesamt 14 betroffene Personen mit unterschiedlichen Verletzungsmustern vor. Zwei Personen wurden als schwerverletzt angenommen und befanden sich im kontaminierten Bereich. Weitere sieben Personen waren mittelschwer verletzt, davon drei im Untergeschoss und vier im Erdgeschoss. Eine dieser Personen war zuvor aus einem Rollstuhl gestürzt.
Sechs weitere Personen wurden als leichtverletzt angenommen. Diese hielten sich rund um den Schwimmbadbereich auf und zeigten unter anderem leichten Husten, leichtere Verletzungen infolge von Stürze oder Angstreaktionen.
Damit stellte das Szenario neben der Gefahrenabwehr auch hohe Anforderungen an die Koordination und medizinische Versorgung der zahlreichen Betroffenen.
Rasches Eintreffen der Einsatzkräfte
Die ersten Einsatzkräfte der FF Rum trafen mit dem TLF 2 (1:8) bereits um 14:06 Uhr am Übungsobjekt ein.
In weiterer Folge trafen die BTF Swarovski Optik mit MTF (1:0) und TLF (1:6) um 14:08 Uhr, die FF Neu-Arzl mit ihrem TLF (1:6) um 14:10 Uhr sowie das LAST der FF Rum um 14:10 Uhr ein.
Die MobSan-Einheit des Roten Kreuzes folgte um 14:11 Uhr.
Insgesamt standen damit zahlreiche Einsatzkräfte der beteiligten Organisationen zur Verfügung, um die komplexe Übungslage abzuarbeiten.
Menschenrettung unter Atemschutz
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rettung der schwerverletzten Personen aus dem kontaminierten Bereich.
Die beiden Schwerverletzten mussten durch die Atemschutzgeräteträger aus dem Gefahrenbereich geborgen werden. Aufgrund der angenommenen Kontamination stellte dabei insbesondere die Not-Dekontamination (Not-Deko) eine besondere Herausforderung dar.
Die Übung bot den eingesetzten Atemschutztrupps damit die Möglichkeit, die Menschenrettung unter erschwerten Bedingungen sowie die notwendigen Abläufe bei einer möglichen Kontamination praktisch zu trainieren.
Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz
Neben der technischen und taktischen Abarbeitung des Chlorgasszenarios lag der eigentliche Schwerpunkt der Übung auf der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst.
Die insgesamt 14 dargestellten Patientinnen und Patienten mussten entsprechend ihrer Verletzungsschwere aus den betroffenen Bereichen gebracht und anschließend der medizinischen Versorgung durch das Rote Kreuz zugeführt werden.
Gerade bei Schadenslagen mit einer größeren Anzahl an Betroffenen ist eine enge Abstimmung zwischen den Einsatzorganisationen entscheidend. Die Übung ermöglichte es, die Schnittstellen zwischen Menschenrettung, Gefahrenabwehr, Patientenübergabe und medizinischer Versorgung unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Wertvolle Übung für den Ernstfall
Die gemeinsame Übung in der Privatklinik Hochrum zeigte eindrucksvoll, wie wichtig ein abgestimmtes Vorgehen der verschiedenen Einsatzorganisationen bei komplexen Schadenslagen ist.
Besonders die Kombination aus einem Gefahrguteinsatz, der notwendigen Menschenrettung unter Atemschutz, der Not-Dekontamination und der Versorgung einer größeren Anzahl an betroffenen Personen stellte die Einsatzkräfte vor vielfältige Herausforderungen.
Ein herzlicher Dank gilt der Privatklinik Hochrum, die diese gemeinsame Übung ermöglichten, dem Roten Kreuz für die Einladung und die Organisation, sowie der BTF Swarovski Optik und der FF Neu-Arzl für die gute Zusammenarbeit.
Durch solche gemeinsamen Übungen können Abläufe gefestigt, Schnittstellen zwischen den Organisationen trainiert und wichtige Erkenntnisse für einen tatsächlichen Einsatz gewonnen werden.










Bericht: FF Rum
Bilder: RK
